Entdeckung der Woche

Ich verachte ja eigentlich die ganzen Opfer, die auf ihren Blogs Produktwerbung machen und so Quatsch schreiben wie „Shop meinen Style“ – aber ich muss ausnahmsweise auch mal Werbung machen. Jedoch nicht für Primark oder H&M Klamotten oder Schminke von DM, sondern für was richtig Geiles:

***Malbücher für Erwachsene***

Und damit meine ich nicht Mandalas für Lauch-Körper.

Nein, ich habe Malbücher mit Kraftausdrücken und Beleidigungen für mich entdeckt. Ich fluche gerne und viel, aber wenn man grad alleine ist und einem keiner zuhört, ist so ein Malbuch doch eine schöne Variante des Frustrationsabbaus für Leute wie mich, die nicht kreativ/begabt genug sind sich selber tolle Designs auszudenken und die nicht Joggen oder Fahrradfahren wollen zur Erholung von lästigen Mitmenschen.

Die knapp 7€ pro Heftchen sind zwar relativ fettig, wie ich finde, aber man kann sich ja vorm ersten Ausmalen von allem ‘ne Kopie ziehen.

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Besonders gefällt mir, dass es viele verschiedene Varianten gibt. Mich haben die abgebildeten zwei spontan als Erstes angesprochen. Ich werde mir aber bestimmt auch noch mehr holen, z.B. das mit dem schönen Titel „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“

Was macht ihr wenn ihr mal wieder alles und jeden hasst? Stricken? Die Katze anschreien oder den Partner mit Verpackungsmüll bewerfen? Ich bin ja immer auf der Suche nach möglichst kreativen Aggressions-Bewältigungsstrategien und freue mich über Tipps.

In diesem Sinne, schönes WE, ihr Spasten!

Dinge die man NACH dem Studium weiß

…die einem aber auch nicht weiterhelfen

Ich muss gleich vorab betonen, dass ich eine Geisteswissenschaft studiert habe und da keine ober-krassen Prüfungen wie Mathe I und II schreiben musste oder so.  Wer etwas Wirtschaftlich-Technisches oder eine Naturwissenschaft studiert (hat), wird im Folgenden vermutlich an einigen Stellen die Nase rümpfen und widersprechen wollen – das dürft ihr auch gerne, denn ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Repräsentativität.

Warum ich über das Thema schreibe? Nun, als ich neulich in einem Blog einen „Wochenbericht“ einer Studentin (irgendwas Technisches) las, wusste ich nicht, ob ich lachen oder den PC aus dem Fenster werfen soll. Party, Vorlesung ausfallen lassen weil eh unwichtig, Kaffee trinken, mit Freunden treffen, Party vorbereiten, Hausarbeit auf den letzten Drücker schreiben obwohl gerade erst Semesterferien waren, Party, Kaffee trinken. Und ihr Fazit: Oh, das ist alles sooooooo stressig.

Viele Freunde und Bekannte schwärmen heute noch von der „schönen Studienzeit“ – ich hab es gehasst, fast noch mehr als Schule. Wieso? Warum? Weshalb? Lest selbst!

***

Vorgeschichte

Mein Studiengang war damals der 2. Jahrgang nach der Bachelor-Master-Umstellung und es war – freundlich formuliert – zum kotzen. An der Uni musste man sich vom 1. Tag an (bis auf die 6 Pflichtmodule die vorgegeben waren) alles selbst zusammensuchen. Das mit den Credits hat eh niemand verstanden und aus welchen Bereichen man Grund-Module (ca. 50) und die dazugehörigen Vertiefungen (ca. 500) aussuchen musste erst recht nicht.

 

Kein Plan

Ich hatte zu Studienbeginn null Ahnung, in welche Richtung es einmal gehen soll. Erwachsenenbildung, Medienbildung, Organisationsdesign, berufliche Sozialisation, frühkindliche Bildung, Tiergestützte Therapie, Personalmanagement – ich hab von allem ein bisschen was gehört und wusste am Ende über nichts richtig Bescheid. Die Dozenten nannten es „umfassend“ – ich nenne es heute noch idiotisch. Hätte ich in der Schule schon einen Plan gehabt, was genau ich mal später beruflich machen will, hätte ich definitiv was anderes studiert.

Ich selbst besaß nie so etwas wie sinnstiftende Interessen oder realistische Job-Ambitionen. Zum Glück gab es zur Berufsorientierung an meinem Gymnasium genau 2 Projekttage:

  1. Tag der offenen Uni-Tür. Exkursion zur Uni mit Vorstellung der Fachbereiche Mathematik und Informatik (ähm… ja…)
  2. Besuch im B.I.Z. – Test am PC ergab, dass ich Fremdsprachenkorrespondentin oder Gärtnerin werden sollte. Sehr aussagekräftig, oder?

Tipp: Nehmt unbedingt alle Möglichkeiten der Berufsorientierung während der Schulzeit wahr – wenn es sie gibt.

Ein Seminar belegen weil die Prüfung leicht ist

„Fremde in Sachsen-Anhalt“ – eine Zu-Ordnen-Klausur, gefühlter Kursdurchschnitt: 1,0. Klingt ja erstmal cool. Kann man aber in der Praxis null mit anfangen und ich könnte einem Personaler heute nicht einmal mehr ansatzweise seriös erklären, warum ich ausgerechnet DIESEN Kurs besucht habe.

Tipp: Man sollte sich in jedem Fall hüten, irgendwelche Veranstaltungen zu besuchen, die einem aufgrund der niedrigen Anforderungen wärmstens empfohlen werden. Denn anders als in der Schule lernt man im Studium ja u.U. tatsächlich für sein späteres berufliches Leben.

Texte zur Vorbereitung lesen

Jedes Semester sollte man entweder kiloweise Reader kaufen oder seitenweise Zeug selbst ausdrucken. Bücher zwangen uns nur wenige Profs auf. Die Reader hat man anstandshalber meist noch gekauft. Man ging ja auch davon aus, dass man sie brauchen würde.

Ha. Ha.

Ich hab weder im Bachelor noch im Master jemals irgendwas „zur Vorbereitung“ gelesen. Und soll ich mal was ketzerisches sagen? Es war auch nie nötig. Ich habe keinen Prof erlebt, der jemals eine Diskussion über einen Text angefangen hätte, den er als Vorbereitung auf die Stunde empfohlen hat. Die ganzen Blattsammlungen dienten allenfalls für Hausarbeiten als Grundlage, wenn überhaupt.

Glänzende Aussichten

Professoren erzählen einem teilweise das Blaue vom Himmel, was man alles Tolles mit dem Abschluss machen kann. Ich frage mich heute noch, ob ich einfach nur zu blöde war die ganzen vielgelobten Stellen im Bildungs- und Kultusministerium zu finden, in denen man unsere Abschlüsse hätte gebrauchen können. Und wenn ich Lehrern erzählen würde, dass ich über ihnen stehe weil ich quasi „Lehrer der Lehrer“ studiert habe (so tatsächlich die Formulierung mehrerer Professoren), könnte ich mir direkt einen neuen Job suchen, bevor ich zu Ende gesprochen habe.

Tipp: Kleine Brötchen backen. Wer keine Berufserfahrung oder einschlägige Connections hat, darf sich auf seinen Abschluss erstmal nicht zu viel einbilden.

Ein Uni-Abschluss ist mehr Wert als alles andere

Stimmt nicht. Ich habe Bachelor an einer Uni gemacht und Master an einer FH. Die Ausbildung an der FH hat mir für die Berufspraxis wesentlich mehr gebracht, da der Bezug einfach direkter ist. Ich möchte fast behaupten, dort war er überhaupt erst vorhanden, im Gegensatz zur Uni. Natürlich klingt es hübsch, zu sagen, man habe an der „Uni“ studiert. Aber wenn ich im Sozialen entscheiden müsste, entweder einen Erziehungswissenschaftler von der Uni mit 6 Wochen Praktikumserfahrung oder einen Sozialarbeiter von der FH mit einem Semester Praktikumserfahrung  zum Vorstellungsgespräch einzuladen – die Entscheidung wäre sehr klar.

Das Gruppen-Projekt – Fluch oder Segen??

Hausarbeit, Internetseite, Vortrag – die 1. Frage war immer „Darf man das mit jemandem zusammen machen?“

Wie in der Schule.

Für wenig engagierte Menschen wie mich war das immer eine prima Möglichkeit, sich um Aufgaben zu drücken und nur das Nötigste zu machen. Ich war nie „Chef“ und hab mir nie die Mühe gemacht, die Einzelteile für eine Hausarbeit von 5 Leuten zusammen zu fügen oder die Powerpoint für einen Vortrag zu klöppeln. Wär ich ja schön blöd gewesen… Aber dieses ständige

Wie weit bist du?

Wie?! Du hast noch nicht angefangen, aber in zwei Woche ist Abgabe und ich wollte es eine Woche vorher fertig haben damit noch mal alle drüber schauen können!

Deine Zitierweise ist falsch, das musst du alles  noch mal neu machen.

hat schon genervt.

Wenn eine Note für die Gruppe gut ausgefallen ist, hat sich der Gruppen-Chef dafür auf die Schulter geklopft. Wenn eine Note nicht so prall war, lag es am schlechten Team. Naja, eigentlich ’ne gute Vorbereitung auf den späteren Arbeitsalltag.

Im Master war ich dann froh über alles, was man alleine machen durfte. Denn spätestens wenn man nur nebenberuflich studiert, hat man keinen Nerv mehr für zig Vorbereitungstreffen und langatmigen Austausch mit den Kommilitonen. Und siehe da, die Noten waren sogar noch besser, wenn man die Scheiße komplett autonom bewältigt hat.

Einschreiben und…

Im Bachelorstudium gab es teilweise 80 Anmeldungen für ein Seminar mit 20 Plätzen. Für diese Plätze musste man sich online anmelden und man saß dann am Anfang jeden Semesters da, wie die Jungs aus „Big Bag“, die Tickets für die Comic-Con ergattern wollten. Jedes Mal ist der Server innerhalb weniger Sekunden zusammengebrochen und teilweise wusste man nicht einmal, ob man nun drin ist, auf der Warteliste oder gar nichts. Letzteres brachte schlimmstenfalls die ganze Modulplanung durcheinander, weil man stattdessen eben irgendwas anderes belegen musste, nur um nicht „nichts“ tun. Auch daraus ergab sich, dass ich „alles und nichts“ gemacht habe, weil ich eben wenigstens  lieber „irgendwas“ machen wollte anstatt ein oder gar zwei Semester dran zu hängen nur weil ich unbedingt DIE EINE Veranstaltung besuchen wollte. Im Nachhinein bezweifle ich jedoch auch stark, dass mir die drei oder vier „verpassten“ Veranstaltungen den Einstieg ins Berufsleben maßgeblich erleichtert hätten.

Feiern – Saufen – Pennen

Für die meisten lässt sich ihr Studentenleben sicher so ganz gut zusammenfassen. Ich fand das immer schon erbärmlich. Sicher war man ab und an unterwegs und konnte auch relativ gediegen ausschlafen, aber die Faustregel

ab Freitag Wochenende

gab es bei uns z.B. schon mal dadurch nicht, dass eine sehr coole Pflichtvorlesung im ersten Semester Freitag vormittags stattfand. Ich habe das auch nie nachvollziehen können, wieso zig Leute lieber die Vorlesung geschwänzt haben um schon mal nach Hause zu fahren. Was könnte es da schon so dringendes zu erledigen geben, wenn dein einziger verdammter Job „studieren“ lautet??

Praktikum, Alter!!!

Wenn man sich ein Mal eingestanden hat, dass das Studentenleben doch sehr entspannt ist, sollte man sich dringend einen Job suchen. Nicht mal zwingend für die Kohle, sondern weil einen einfach niemand einstellt, wenn man nach dem Abschluss null Praxiserfahrungen hat. Und nein, das Pflichtpraktikum des Studiengangs zählt dazu nicht.

Ich bin so schlau, ich studiere

Oft komme ich in meiner wunderschönen Stadt in den Genuss, Studentengespräche mitzuhören. Manchmal muss ich lachen, manchmal möchte ich weinen, manchmal möchte ich hauen.

Liebe Studenten, macht euch doch bitte mal eines klar: Ihr seid nichts und niemand und ihr könnt auf keinen Fall mehr, als Leute die „nur“ eine Ausbildung machen. Oftmals ist sogar das Gegenteil der Fall. Studieren kann jeder Depp, der das Abi geschafft hat. Dass das Abi nichts über Intelligenz aussagt, sollte ja mittlerweile auch hinreichend bekannt sein.

***

Also: Immer schön aufm Teppich bleiben und vor allem – macht euch ’n verdammten Plan!!!

Stell Dir vor es ist Festival…

…und keiner geht hin

Mir ist etwas aufgefallen, das mich seit ein paar Tagen sehr verstört.

Ernsthaft, ich kann nachts nicht pennen, weil ein und dieselbe Frage immer wieder in meinem Kopf rotiert:

***Warum schreiben Menschen Artikel über Festival-Outfits wenn sie noch nie auf einem Festival waren und auch nicht vorhaben eines zu besuchen?***

Eine anscheinend ernst gemeinte Erklärung ist, dass die Leute (ok, Fashion-Bloggerinnen) den Gedanken schön finden auf ein Festival zu gehen und sich hübsch zurecht zu machen. Mit Blüschen, Hütchen und Häkel-Überwürfen.

Mein Problem ist, wenn ich an „Festivals“ denke, fallen mir auf Anhieb zuerst Wacken, Highfield und Full Force ein. In diesem Zusammenhang denke ich dann komischerweise nicht an cremefarbene Ballerinas, Clutches mit Blümchenmuster und Chiffonschals.  Mehr so an Bier, Matsch und Essen aus der Dose.

Ich kann mich ja irren, aber ich glaube irgendwie nicht, dass ein durchschnittlicher Wacken-Besucher sich vorher mehr als 2 Gedanken über sein Festival-Outfit macht. Anders wohl ein Coachella-Gänger. Wobei ich erst einmal recherchieren musste, was das überhaupt ist. Ich hatte den Begriff bis vor kurzem noch nie gehört. Logisch, ich bin ja auch nicht bei (F)Instagram. Ein weiterer Grund ist wohl, dass es was mit Hipster-itis zu tun hat.

Im Grunde ist die Erklärung für diese Richtung der Fashion-Blog-Postings aber leider eine ganz einfache: Die Schreiberlinginnen werden dafür bezahlt.

Zu Pfingsten ist Leipzig ja jedes Jahr fest in Gothic-Hand und die Stadt glänzt in stilvollem dunkel-bunt. Und selbst da interessiert es in der zugehörigen Facebook-Gruppe eigentlich niemanden, wer wann welches Outfit zu tragen plant.

Warum sollte das auch irgendwen interessieren? Kopieren ist verpönt und peinlich. Die richtig coolen Leute schneidern ihre Outfits eh selbst oder lassen anfertigen. Und dafür bringen sie SELBST immense Summen auf.

Man stelle sich vor, wie lächerlich sich ein Gruftie machen würde, wenn er Blog-Werbung mit einem gesponserten Outfit machen würde…

Oder wie dumm es wäre, ein Kinderzimmer einzurichten, obwohl man keine Kinder hat oder haben will, aber man Kindermöbel so hübsch findet.

Auf welche Festivals zieht es euch dieses Jahr so? Und wie viel Zeit und Geld investiert ihr in die Vorbereitung? (Wenn überhaupt;)

…Ich geh‘ jetzt erstmal meine Boots schrubben…

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Love is in the Ääääh…

Oder: 10 Mythen rund um „Den schönsten Tag im Leben“

Es ist Frühling und überall fangen die Hochzeitsglocken an zu läuten.

So schön – so nervig!

Die meisten Frauen (und sicherlich auch 4 oder 5 Männer auf diesem Planeten) bekommen feuchte Augen und euphorische Schweißausbrüche beim Gedanken an DEN Tag. Es gibt zigtausende Blogs, die sich lang und breit mit der Vorbereitung dieses (Groß)Events beschäftigen. Von Save-the-Date-Origami-Tierchen / Outfits für Mann – Kind – Goldhamster / veganen Brautsträußen bis hin zu menschenunwürdigen Party-Spielchen wird so ziemlich ALLES durchgekaut. Und das jedes Jahr, als würde man stets das Rad neu erfinden.

Es ist schwer bei all den guten Ratschlägen, Hinweisen und Möglichkeiten die sich einem praktisch von allen Seiten und über jegliche Medienform aufdrängen den Überblick zu behalten. Ein paar meiner Bekannten waren unmittelbar vor der Hochzeit so „durch“ dass sie noch mal schnell in die Notaufnahme mussten (Kreislauf, Atemnot, Magen-Darm, Herzprobleme etc.). Andere überlegten auf halber Strecke einfach alles hinzuschmeißen und durch zu brennen.  Auch der Mann und ich hatten kurzzeitig erwogen uns vielleicht doch lieber zu trennen weil das weniger Arbeit macht.

Heiraten kann ein wunderschönes, unvergessliches Erlebnis sein, wenn man sich nicht verrückt macht und vor allem auf sein Bauchgefühl hört. Um dem ganzen Thema ein bisschen Realität einzuhauchen, habe ich nachfolgend mal meine Top-10 an Hochzeits-Mythen aufgelistet.

***VORSICHT: Folgender Text könnte ihre Idealvorstellungen vom Heiraten beschädigen.***

 

1. Hochzeitsvorbereitungen sind Frauensache.

Wie sagt man so schön?

Kannste schon so machen, aber dann is’es halt Kacke.

Kein Mensch wird gern fremd bestimmt. Auch wenn manche Partner so tun als wäre es ihnen komplett schnuppe was an diesem Tag passiert, solange das ausführende Organ glücklich ist, muss das noch lange nicht heißen, dass sie insgeheim nicht doch gerne gefragt werden würden was es zu essen gibt oder neben wem die Oma sitzen soll.

Und, seien wir mal ehrlich – wer will sich schon später im Streit vielleicht vorwerfen lassen, der Partner habe ja nur aus Liebe alles über sich ergehen lassen?

Ich gebe zu, die „Traumhochzeit“ von Daniela Katzenberger verfolgt zu haben und auch wenn ich ihn sonst nicht sonderlich sympathisch finde… der Cordalis tat mir stellenweise ein bisschen leid. Stichwort „Brautzilla“.

2. Hochzeitsausstatter knows best.

Denkt man doch, oder? Vor allem, wenn man selbst keine Ahnung hat, was man so alles braucht und wie das alles so funktioniert. Ich habe den Fehler gemacht, mich vorm Brautkleid-Shopping auf ein paar Store-Homepages über gängige Abläufe und Empfehlungen zu belesen. Das und meine Praxiserfahrungen zusammengefasst:

  • Nimm gefälligst Urlaub – nach Feierabend kauft man kein Brautkleid!
  • Nimm auf jeden Fall deine Mutter + X Freundinnen mit – allein kann man so eine Entscheidung NICHT treffen!
  • Der Mann muss draußen bleiben. Wir hassen Männer. Sie dürfen maximal zahlen.
  • Queere Kunden gibt’s nicht.
  • Du heiratest nur ein Mal – umso teurer muss es sein.
  • Trink ruhig ein Gläschen Sekt oder 5 – umso leichter fallen die Entscheidungen.
  • UNSERE Änderungsschneiderei ist DIE BESTE!
  • Was wir nicht im Sortiment haben brauchst du nicht.

Alles Quatsch.

Wenn ihr euren Partner mitnehmen wollt, dann tut das gefälligst – die Kundin ist schließlich Königin. Wer halbwegs stilsicher ist, wird auch ohne Entourage fähig sein ein Kleid auszusuchen. Ihr habt einen festen Preis über dem nichts geht? Gut, dann bleibt dabei. Tragt ihr normalerweise nie etwas auf dem Kopf? Dann lasst euch auch nichts aufschwatzen, was ihr dann in letzter Sekunde doch nicht benutzt – dazu ist der Mist zu teuer.

3. Was kostet die Welt? Man heiratet schließlich nur ein Mal!

Ja. Genau.

Im „Harvard Business Manager“ gab es mal einen Artikel zum Thema Kredite – und wofür man auf keinen Fall einen aufnehmen sollte. Dabei, neben Urlaub und Möbeln: Heiraten.

Sicherlich ist es schön in einem Schloss zu feiern, aber wenn man diesen einen Tag „Luxus“ dann jahrelang abzahlt und derweil auf anderen, alltäglich Luxus oder gar Notwendigkeiten verzichten muss, ist das doch eher unverhältnismäßig. Davon dass es auch durchaus sein kann, dass man sich trennt bevor der Kredit abbezahlt ist, wollen wir mal gar nicht reden…

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Es ist keine Schande nur ein kleines Budget zu haben. Ob eine Trauung/Feier schön ist und die Leute sich wohlfühlen hängt nicht davon ab, wie viel man dafür ausgibt. Es ist auch durchaus legitim, sich von den Gästen etwas für die Feier zu wünschen. Das ist nicht ganz so unpersönlich wie Geldgeschenke und allemal sinnvoller als hinterher mit 17 Vasen, 12 Toastern und 8 Saucieren dazustehen.

4. Hauptsache die Fotos sind schön

Die Möglichkeiten der Optik-Optimierung sind überwältigend groß. Wer sich auf Experimente einlassen möchte, sollte das aber nicht unbedingt auf den letzten Drücker machen.

Eine Bekannte von mir hat sich anlässlich ihrer Hochzeit Gel-Nägel machen lassen. Hatte sie vorher noch nie und würde sie auch nie wieder tun. Sie fand das Gefühl so ekelhaft, dass sie sich im Flieger zur Hochzeitsreise direkt die Schicht abgepuhlt hat – wie auch immer das geht. Eine andere hat sich die Wimpern verdichten lassen am Tag vor der Hochzeit und hat am nächsten Morgen festgestellt dass sie auf den Kleber allergisch reagiert. Sagen wir so… die Visagistin hätte einen Oscar verdient.

Man muss aber auch nicht jeden Scheiß mitmachen. Wer sonst nie Schuhe mit Absatz trägt, sollte das auch an einem so anstrengenden Tag nicht machen. Man hat nichts davon, wenn einem beim Anschauen der Bilder jedes Mal aufs Neue einfällt, was das für Schmerzen waren und wie unwohl man sich eigentlich die ganze Zeit gefühlt hat.

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Erinnert ihr euch noch an die Story von der Braut mit den halterlosen Strümpfen die so eine Gel-Schicht hatten für besseren Halt und wie sich die Dinger in ihre Beine gefressen haben und ihr beim Ausziehen die Haut hinterher kam…?

 5. Hauptsache die Gäste fühlen sich wohl.

Auch falsch. Denn egal wie gut ihr es macht, wie exakt ihr plant, wie viel Geld ihr ausgebt – einer hat immer was zu meckern. Ob über das Essen, die Location, den Sitznachbarn, die Musikauswahl. Wer auf Nummer sicher gehen will, feiert am besten ohne Gäste.

Das Wissen, es eh nicht allen Recht machen zu können nimmt andererseits den Vorbereitungen einiges an Druck.

6. Die Hochzeitsnacht ist das Romantischste.

Wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, gehört nach allen Regeln der Kunst an einer Hochzeitskutsche aufgeknüpft. Ich habe noch von keiner Braut gehört, die sich wirklich noch für irgendwas Romantisches hätte motivieren können nach der Hochzeit.

Und wisst ihr was? Das ist auch nicht notwendig! Man ist niemandem Rechenschaft darüber schuldig was man in dieser Nacht gemacht hat oder auch nicht. Wenn man schon Wochen vorm eigentlichen Termin nicht mehr richtig durchschlafen konnte vor Aufregung, ist das allemal das Sinnvollste was man als Erstes als frischgebackenes Ehepaar miteinander tun kann 😉

7. Eheringe sind für die Ewigkeit.

Aufgepasst! Bei kaum einem Posten kann man so schnell so viel mehr Geld ausgeben als ursprünglich geplant. Auf keinen Fall sollte man sich nur in einem Laden beraten lassen.

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In 4 Läden hat man versucht, uns was aus dem aktuellen Sortiment aufzuschwatzen, in 2 Läden wurden völlig überteuerte Angebote für Anfertigungen gemacht (u.a. auch bei der großen Kette mit dem „C“) und erst im letzten Laden passte Beratung + Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nicht einmal beruflich habe ich bisher so harte Verhandlungen führen müssen (und ich arbeite immerhin mit Jugendlichen) wie mit den Verkäufern, die meinten, uns umstimmen zu müssen.

Eine Dame trieb es absolut auf die Spitze. Wir hatten ihr die Bedingungen direkt genannt: 1. preisliche Obergrenze, 2. Palladium, 3. die Ringe müssen GLEICH sein

Bei dem was sie uns zeigte, sahen alle Herrenringe scheußlich aus. Irgendwann ging sie dazu über, mir Ringe mit größeren Steinen zu zeigen und meinte, dass es heutzutage ja durchaus „in“ wäre, eben keine gleichen Ringe zu haben und dass das ja mit größeren Steinen eh nicht möglich wäre. Das schönste Modell war doppelt so teuer wie unser Gesamtbudget. Nicht nur weil der Stein so groß war, sondern weil er lupenrein war und der Ring aus Platin sein musste.

Als ich zu bedenken gab, dass ich das leicht übertrieben fände, wurde sie fast pampig.

Der ist ja immerhin für die Ewigkeit, da sollte es schon was Ordentliches sein!

Ich meinte, dass der Stein ja nicht lupenrein sein müsse. Ich will ihn ja schließlich nicht unters Mikroskop legen. Das Gegenargument war der Knaller:

Aber Sie müssen das auch mal als Kapitalanlage betrachten. Dieser Stein wird im Wert noch immens steigen.

An dem Punkt war ich raus. Was denn nun? Für die Ewigkeit oder möglichst hoher Wiederverkaufswert im Fall von Trennung??

Ich verrate nur so viel: In diesem Laden haben wir nichts gekauft.

8. Die besten Fotos macht ein professioneller Fotograf.

Kann sein, muss aber nicht.

Die Preise und Leistungspakete die Fotografen anbieten sind so wahnsinnig unterschiedlich und teilweise so dermaßen undurchsichtig, dass man am besten damit fährt auf Empfehlungen von Familie/ Freunden/ Bekannten zurück zu greifen. Als Laie kann man weder realistisch Honorare noch Bildqualität einschätzen. Wenn man selbst keine kreativen Ideen für ein Shooting hat, hat man u.U. ein riesiges Problem wenn es dem Fotografen genau so geht, obwohl er im Vorfeld einen souveränen Eindruck gemacht hat.

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Tatsächlich hat bei unserer Hochzeit die 11-jährige Tochter einer Freundin der ich für den Tag meine Kamera in die Hand gedrückt hab die schönsten und coolsten Bilder gemacht.

9. Tradition ist alles.

  • Man braucht was Altes, was Neues, was Blaues, was Geliehenes.
  • Die Eltern müssen neben dem Brautpaar sitzen.
  • Man darf sich 24 Stunden vor der Hochzeit nicht sehen.
  • Der Partner darf das Brautkleid nicht vorher sehen.
  • Man braucht zwei Sträuße – einen zum Werfen, einen zum Trocknen.
  • Man muss in Weiß heiraten.
  • Man muss jeden einladen, auf dessen Hochzeit man selbst war.
  • Die Hochzeitstorte muss eine Marzipandecke haben.
  • Das letzte Stück Hochzeitstorte muss eingefroren werden.
  • Man muss irgendwas zersägen oder Geschirr zerdeppern weil es Glück bringt.
  • Die Eltern der Braut müssen für alles zahlen.
  • Keks.

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Wirklich?

Fragt doch mal Paare die seit über 30 Jahren glücklich verheiratet sind, ob sie sich an alles gehalten haben.

 

10. Eine Hochzeit verändert alles.

Bull. Shit.

Der „Bund der Ehe“ verändert ein hässliches, fettes, feuchtes Garnix an einer Beziehung.

Wer daran glaubt, läuft Gefahr nach all der Aufregung und dem Stresspegel der Vorbereitungen in ein großes Nichts zu fallen und die Gründe dafür im Partner zu suchen. Jeder kennt bestimmt mindestens 1 Paar, dass sich direkt kurz nach der Hochzeit ernsthaft verkracht oder gar getrennt hat. Das kommt nicht von ungefähr.

Viele stürzen sich nach einer Hochzeit aus Angst vor dem „Nichts“ direkt ins nächste Projekt – Hund, Kind, Haus, Renovieren etc. Wer einem Projekt nach dem nächsten hinterherjagt, wird sich spätestens dann trennen, wenn alle Projekte beendet sind.

Darum sollte man sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wozu man heiratet. Denn nein, man macht das eben nicht „einfach so aus Liebe“.

Die einen heiraten weil sie ein Kind erwarten und das Symbol der „Ehe“ das ganze Familiendasein für sie komplett macht. Die anderen heiraten aus finanziellen Gründen (Versicherung, Steuern, Kredite). Die Nächsten heiraten, weil sie schon seit 10 Jahren zusammen sind und das Umfeld es irgendwie erwartet. Wieder andere erhoffen sich, eine Beziehungskrise damit glattbügeln zu können.

Der Mann und ich haben geheiratet weil ich auf seinen Nachnamen scharf war 😉

Letztendlich müsst ihr vorher ziemlich klar wissen, was ihr wollt und wie ihr es wollt.

Lasst euch nicht reinreden und nichts aufschwatzen – es ist euer Tag und er sollte genau so ablaufen wie IHR es geplant habt. 

Noch ein Fashion-Blog

Ich bewege mich ja nun schon eine Weile in der wahnsinnig spannenden Bloggerwelt und habe exakt 3 Kategorien herausarbeiten können, mit denen man den optimalsten Traffic (deutsch: viele Klicks, viel Gelaber) erreichen kann:

  1. Klamotten 
  2. Schminke
  3. Familie

So. Und darum dachte ich mir, wäre es jetzt mal an der Zeit, dass ich auf den Fame-Zug aufspringe und mal gefälligst was für meine scheiß Klicks tue.

Problem:

Familie hab ich nicht.

Schminken kann ich mich nicht.

ABER bekleidet außer Haus gehen – das kann ich!

Darum folgt hier mein erster und letzter Beitrag zum Thema Ich ziehe Sachen an weil es notwendig ist.

ENJOY!!!

***

♥ Ganz casual ♥

Den Look, den ich heute für Euch ausgesucht habe, nenne ich einfach frech „Outfit für nicht-Vollzeit-bloggende-berufstätige-Babes.

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Tragbar ist er in vielen Bereichen, mit und ohne sozialer Interaktion – was mir auch am Besten daran gefällt.

Zusammengestellt habe ich ihn heute Morgen innerhalb von 10 Minuten. Warum ich genau diese Teile gewählt habe? Es war sehr früh und ich noch sehr müde.

Basics

Der Rock ist aus irgendeinem Prolo-Laden in dem es sämtliche überteuerten Mainstream-Marken gibt. Dieses für (meine dicken Beine) viel zu kurze Schmuckstück gefiel mir seinerzeit so gut, dass ich gleich zwei davon gekauft hab.

Das Oberteil im klassischen, augenfreundlichen schwarz gab es vor ein paar Jahren für 7€ bei Clamotten&Anton. Leggings kaufe ich gern im Kilo-Pack bei den üblichen schwedischen oder amerikanisch klingenden Discountern.

Unterwäsche: geht euch ’n Scheißdreck an.

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Weil es draußen kalt ist, trage ich eine Jacke. Das ist derzeit für mich DAS must-have schlechthin. Weil es dieses schöne Stück seinerzeit nicht in schwarz gab, hab ich sie in braun gekauft. Den ultra-stylishen used-Look kriegt ihr dadurch hin, dass ihr eure Leder-Lieblinge ca. 10 Jahre lang tragt ohne sie zu pflegen.

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Kontraste setzen

Da bei nur 3 Grad plus um 6 Uhr morgens die ungefütterte Lederjacke zu dünn ist, darf natürlich ein kuscheliger Hoodie nicht fehlen!

Das gute Stück zeichnet sich durch seine bestechend dezente Farbe und einer süßen Eule auf dem Oberarm aus.

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Die fragwürdige Herkunft (China = fairtrade??) wird charmant ergänzt durch einen lyrisch eher im unteren Bereich anzusiedelnden Spruch.

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Und wenn man mitten am Tag ein Hüngerchen bekommt, kann man getrost auch mal eine Runde an den Kordeln knabbern – vegan ist die Scheiße nämlich auch.

Bloß keine kalten Füße kriegen

Als unverzichtbares Accessoire für die „Berufswelt außer Haus“ dienen der modebewussten Frau von heute natürliiiiiich ….  Schuhe!

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Ich habe heute meine Strick-Booties gewählt weil isso. Am ersten Arbeitstag nach einer Woche Urlaub darf es ruhig mal entspannt zugehen. Erstanden habe ich diese Schätze vor ein paar Jahren in einem Outlet. Den Originalpreis hätte ich dafür nie gezahlt. Ich hab sie auch schon zum 2. Mal gekauft. Beim 1. Paar löste sich die Sohle innerhalb einer Saison auf.

De Tasche muss lebendig sein

Mein Täschchen in Weekender-Größe ist mein täglicher treuer Begleiter. Ohne sie wäre ich total aufgeschmissen. Sie hat zwar ein Leergewicht von ca. 3 Kilo und kostet ein halbes Monatsgehalt, aber im Notfall passen neben der Brotdose und dem Laptop auch noch ein 6er Bier, ein Paar Wechselschuhe, zwei Aktenordner und die Gesamtausgabe von „Harry Potter“ rein.

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GO.

„Cool, jetzt sind wir Mug-Buddies!“ rief kürzlich ein Kollege, als er mich mit meiner neuesten Errungenschaft in der Hand den Dienst antreten sah. Grund: er hat dasselbe exklusive Teil nur in einer anderen Farbe. Da hat mein Mann echten Trend-Spürsinn bewiesen, als er mir dieses Werbegeschenk eines Kunden mitbrachte.

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Aber scheiß egal wie das Teil aussieht – der Inhalt ist entscheidend. Und der ist in jedem Fall tiefschwarz. Wie meine Seele und dieser verdammte Blog.

Fashion-Blog-Post ENDE

***

Wenn mich das jetzt nicht zur neuen Supernova im Blogger-Universum gemacht hat, weiß ich es auch nicht. Ich hoffe, ihr habt alle super tolle Anregungen gefunden, wie ihr eure Körper künftig mit Stoff verhüllen könnt bis es endlich Sommer ist.

Cheers, F*CKERS!

Du bist was Du isst. NICHT.

Untertitel: Dann wäre ich ein Schokoladenhase

Um mal eines klar zu stellen, Freunde der Sonne:

MIR IST SCHEIßEGAL WAS IHR ESST!

Genau so wie es mir egal ist, wer sich was durch die Nase zieht/ ins Getränk mischt/ womit er seine Leber quält oder seinen Partner – solange kein Leidensdruck besteht.

Dieser anhaltende Trend von seinen Essgewohnheiten zu berichten und andere bekehren zu wollen geht mir so tierisch auf den nicht-Stevia-gesüßten Keks! Als ob es in der Welt keine anderen Probleme oder gar sinnvolle Themen gäbe!

Vor ein paar Jahren kam es groß in Mode, sein Essen zu fotografieren. Das ist ja mittlerweile Goth sei Dank schon wieder etwas abgeflaut. Wen interessiert auch, wie das Mittagessen der Bekannten aussieht?! Und ich dachte, das wäre schon das Nervigste was zum Thema „Essen“ kommen könnte…

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Aber dann kam der nächste Kracher: Laktoseintolleranz. Ich dachte mir so, ok, sollen sie mal alle machen. Wenn es ihnen ohne Laktosen besser geht, gut, aber ich mach‘ nicht mit. Vor knapp 2 Jahren musste ich dann im Supermarkt meines Vertrauens jedoch feststellen, dass ich verarscht wurde: Jeder „Käse“ der dort im mir so vertrauten Sortiment lag, trug teilweise sehr versteckt gekennzeichnet den Vermerk „laktosefrei“. An diesem Tag ging ich weinend nach Hause. Ohne Käse.

Ich habe seither viele Stunden fluchend vor den Kühlregalen verbracht (wo ich eh immer schon so leicht friere) weil der Wahnsinn sich natürlich auf Frischkäse, Wurst und Joghurt ausgeweitet hat. Was soll der Scheiß? Ich hab Milch immer gut vertragen und würde das auch weiterhin gern tun – aber wenn man nicht aufpasst wie ein Schießhund, hat man dank kundenorientierter Konsum-Mafia ruckzuck irgendwelche Unverträglichkeiten am Hals. Schönen Dank.

Als die Gurken-Smoothies aufkamen war ich schon längst raus. Wie kommt man auf solche Ideen? Langeweile? First-World-Problems?? In anderen Ländern würde man mit gutem Gemüse was Schönes für die ganze Familie kochen und in der „westlichen Zivilisation“ wird es zermatscht und in Plastikbechern abgefüllt. Das kommt gleich nach Milchreis aus der Pappe.

Wo wir gerade bei Smoothies sind: Neulich schlenderten der Mann und ich durchs Hipster-Viertel auf der Suche nach Nahrung und stolperten auf unserem Weg über diesen netten kleinen Bäcker wo es faustgoße Baiser-Klumpen gibt. Ein Blick und der Fall war klar.

Die Dame mit der selbstgefilzten (?) Jacke vor uns hielt natürlich direkt den Betrieb auf, weil beide Kassiererinnen ins Grübeln kamen, welche der Leckereien denn nun laktose- UND glutenfrei seien. Als wir endlich dran waren, zählte die Mitarbeiterin die verschiedenen Baiser-Füllungen auf und ich hab direkt beim 2. ab „…weiße Schokolade…“ nicht mehr hingehört. Das wollte ich. „Da ist aber ein bisschen Lavendel drin!“ erklärte sie nochmal mit Nachdruck, leicht verschreckt. Ich dachte nur „Is mir egal, gib her!“

Bei einem anderen Bummel durch die Stadt liefen wir an einer Eisdiele vorbei. 17758197_10155063233421760_3858950347417130890_o

Kein Kommentar.

Da musste ich direkt an meine liebste Schwieger-Mami denken (ich liebe sie wirklich!), wie sie mir einmal eine Dose mit Pillen in die Pfote drückte. Ich dachte noch, huch, Muttern geht mit der Zeit und vertickt jetzt Teile?! Aber nein… die weiß-grüne Dose entpuppte sich als was wesentlich Schlimmeres: Nahrungsergänzungsmittel.

Wir (also auch der Olle) sollten das unbedingt mal ausprobieren. Voll total gut für Darmflora, Leber und noch irgendwas. Ich hab’s nicht genau mitgekriegt, mein Bier hat so laut gezischt. Doch ich bin ja tolerant und immer offen für Neues und hab das Zeug getestet, bis die Dose alle war (einen Monat oder zwei). Ich hab keinerlei Veränderung bemerkt, wie von der Mutti beschworen. Nur als ich den Preis recherchiert hab, wurde es mir kurz übel und ich bin doch wieder zum klassischen Hopfen-Gersten-Präparat zurückgekehrt.

***

Was ich abschließend noch mal betont haben möchte: Es gibt gefühlt 3 Milliarden Ernährungstheorien und mindestens 4 Milliarden gute Ratschläge aber letztlich soll doch bitte einfach mal jeder das in sich reinschütten, was ihm gut tut  und nicht ständig auf den Teller des anderen schielen.

Prost!

 

Don’t let me get me

Ich hab‘ es dann doch getan – ich hab Tickets fürs einzige P!NK-Konzert dieses Jahr in Deutschland geschossen. Für menschenverachtend viel Geld, aber SO WHAT?!

Eigentlich wollte ich nicht noch mal auf ein P!NK-Konzert. Ich hab 2012 Tickets fürs Album-Launch-Konzert von „The Truth About Love“ im Radio gewonnen und dachte, exklusiver und krasser geht’s sowieso nicht.

*** schlechter Live-Mitschnitt hier ***

Aber als Eventim mir gestern den Ticketalarm schickte, dauerte es vielleicht 3 Sekunden bis ich meine jahrelange Überzeugung fallen ließ. Ich kann nicht mal genau sagen wieso auf einmal, aber ich war heute den ganzen Tag so euphorisch, dass mich nicht mal der frisch entdeckte Riss in meiner Frontscheibe geärgert hat.

Tatsächlich verbindet mich mit Alecia Moore einiges mehr, als die Vorliebe für rosa gefärbte Kurzhaarschnitte und Tattoos. Wäre sie nicht gewesen, hätte ich meine Jugend sicher nicht so relativ unbeschadet überstanden. Obacht – ’s wird persönlich!

Als ich 14 war, fett, hässlich, pickelig, schlecht angezogen, ungeküsst, mit dem Selbstwertgefühl einer Küchenschabe, wurde „Don’t let me get me“ meine Hymne. Ich wollte auch Spiegel zerschlagen, auf einer Bühne stehen und gefeiert werden. Aber das ging nicht. Ich habe es geglaubt, wenn mir gesagt wurde, ich sei dumm und nutzlos und habe mich in mich selbst zurückgezogen. Nein, ich hab‘ nicht nach außen rebelliert. Das hätte ich ja gar nicht gedurft.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA„Just like a pill“ und „Family Portrait“ habe ich manchmal stundenlang in Endlosschleife gehört, den Bass ganz hoch gedreht, damit er den Schmerz von Ablehnung und Erniedrigung auffängt. Immer wenn ich „Runaway“ hörte, fragte ich mich, warum eigentlich niemanden interessiert wie es mir geht. Warum ich immer nur funktionieren und nicht auffallen sollte. Warum ich nie gut genug sein konnte, so wie ich war.

Als ich mich dann endlich mal unglücklich verliebt hatte, war P!NK da mit „I don’t believe you“. Und wie oft hab ich in meine Seminarunterlagen gekritzelt „It’s all your fault…“! Andererseits habe ich genau so oft „Walk away“, „U + Ur hand“ oder „So what“ zur Motivation mitgegröhlt und mir gedacht, scheiß auf den Drecksack, ich bin mehr Wert. Zum Glück hab ich auch das irgendwann geglaubt. Heute lächele ich nur noch wenn „Blow me (One last kiss)“ im Radio läuft.

Der letzte Song den ich vor meiner Hochzeit gehört habe war „True Love“ 😉

***

Das liest sich jetzt so, als würde ich seit Jahren jeden Tag nur P!NK hoch und runter hören. So ist es tatsächlich nicht, aber ihre Songs bilden schon seit so langer Zeit eine einzigartige und eigenwillige Konstante in meiner Musik-Gefühls-Welt.

Wofür ich P!NK aber noch viel mehr dankbar bin, ist die Tatsache, dass ich durch sie gelernt habe, dass man einen Scheißdreck müssen muss. Man muss sich nicht auf Teufel-komm-raus anpassen nur um nicht an zu ecken. Man muss keine langen Haare haben und auf harmlos tun um feminin zu sein. Man muss nicht in Sackleinen rumlaufen um Feministin zu sein. Man darf spießig sein ohne gleich ein Spießer zu sein.